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Geriatrisch-onkologisches Assessment für ältere Tumorpatienten
Je älter ein Mensch wird desto häufiger kommt es zu Funktionsstörungen des menschlichen Körpers mit negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität. Zu nennen sind hier vor allem Defizite im Bereich der Selbsthilfe, der Mobilität und der Gehirnleistung. Ältere Menschen sind aus diesem Grund stärker als jüngere den Gefahren medizinischer Maßnahmen ausgesetzt, andererseits zeigen Untersuchungen, dass selbst Hochbetagte von speziellen onkologischen Therapien gut profitieren können.
Um die Risiken einer Krankheit, aber auch den Einfluss therapeutischer Maßnahmen auf die Lebensqualität besser abschätzen zu können, führt die IV. Medizinische Klinik unter Leitung von Dr. Christian Pohlig spezielle Tests im Rahmen eines geriatrisch-onkologischen Assessments durch.
Durch das Assessment als therapeutisches und diagnostisches Instrument werden die medizinischen, psychosozialen und funktionellen Probleme und Reserven der Patienten erfasst. Ziel ist, für die betroffenen Patienten eine individuelle Therapie bei größtmöglicher Lebensqualität zu finden.
Folgende Tests kommen zum Einsatz:
Barthelindex
Der Barthelindex erfasst die Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL). Hauptziel ist es, den Grad der Selbständigkeiten in den basalen Aktivitäten zu dokumentieren. Die notwendigen Informationen hierfür können vom Patienten selbst wie auch von Angehörigen erhoben werden.
Mini-Mental-Status-Test nach Folstein (MMS)
Der MMS erfasst die zeitliche und räumliche Orientierung, Merkfähigkeit und Kurzzeitgedächtnis, Kopfrechnen, Lesen und Schreiben sowie die Fähigkeit, einfache Aufforderungen zu befolgen. Er ist als Screening-Test bei älteren hospitalisierten Patienten gut geeignet für Hirnleistungsstörung.
Geriatrische Depressionsskala (GDS)
Der GDS ist ein Screening-Test für die Depressivität bei älteren Menschen auch mit leichten bis milden Zeichen einer Demenz.
Charlson-Komorbiditäts-Index
Der Charlson-Index erfasst insgesamt 19 Krankheitsbilder, die bereits bestehen oder während der Behandlung zusätzlich auftreten.
Timed-up-and-go-Test (TUG)
Der Timed-up-and-go-Test dient dazu, das Sturzrisiko älterer Patienten einzuschätzen. Geprüft wird der Gang und die Balance im Rahmen der Mobilität.
DemTect
Der DemTect enthält fünf Aufgaben zu den Funktionen verbales Gedächtnis, Wortflüssigkeit, intellektuelle Flexibilität und Aufmerksamkeit. Er ist ein rasch durchführbares Demenz-Screening-Verfahren.
Uhren-Test (n. Shulman)
Der Uhren-Test n. Shulman wird eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine Demenz besteht. Der Test zeigt an, wenn Schwierigkeiten der räumlichen Wahrnehmung, der Planung und Ausführung wie auch eine allgemeine Unfähigkeit des Zeitbegriffes bestehen.
Instrumentelle Aktivitäten nach Lawton / Brody (IADL)
Der Test nach Lawton dient der Erfassung so genannter instrumenteller Fähigkeiten. Er umfasst 8 Bereiche des tgl. Lebens, deren Bewältigung komplexe Anforderungen stellt.
Erweiterter Barthel-Index
Instrument zur Messung des Unterstützungsbedarfs zur Bewältigung komplexer Alltagsanforderungen. Erfasst wird, wie der Proband versteht, sich verständlich machen kann, die soziale Interaktion, das Lösen von Alltagsproblemen, Gedächtnis, Lernen und Orientierung, Sehen und Neglect.
Sozial-Assessment
Das Sozial-Assessment ist ein Erfassungsbogen zur Sozialen Situation. Er erfasst Angaben zu sozialen Kontakten und Unterstützung, Aktivitäten, wirtschaftlichen Verhältnissen und Wohnsituation.
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