Kontinenzzentrum Coburg - Sonneberg
zertifiziert durch die Deutsche Kontinenz Gesellschaft (DKG)
Harninkontinenz
Die Harninkontinenz ist ein zentrales Problem der heutigen Gesellschaft. An der aktuellen Veränderung der Altersstruktur sieht man eine deutliche Zunahme der älteren Menschen und die damit verbundenen steigenden Zahlen der Alterskrankheiten aber auch der Harninkontinenz. Jedoch ist die Harninkontinenz nicht nur ein Problem der älteren Bevölkerung. Bereits jüngere Frauen oder Männer leiden an Harninkontinenz. Harninkontinenz ist quasi eine Volkskrankheit und betrifft derzeit rund 4 Millionen Bundesbürger.
Das Krankheitsbild der „Blasenschwäche“ stellt allerdings nicht nur ein medizinisches Problem dar, sondern hat für den Betroffenen erhebliche soziale Konsequenzen. Die Patienten leiden stark unter den psychosozialen Auswirkungen der fehlenden Blasenkontrolle und nicht selten führt es zur Entwicklung eines Teufelskreises.
Inkontinente Patienten stehen under einem erheblichen Leidensdruck. Aufgrund unangenehmer Gerüche werden sie von der Außenwelt gemieden und als „unsauber“ bezeichnet und ziehen sich daraufhin immer mehr zurück. Ihre Lebensqualität ist durch die Erkrankung enorm eingeschränkt. Selbst ein Arztbesuch wird hinausgeschoben, da der unkontrollierte Urinverlust für die Mehrheit der Betroffennen immer noch als Tabuthema aufgefasst wird. [1]
Die häufigste Erscheinungsform der Harninkontinenz bei v.a. Frauen ist die Stressinkontinenz (Belastungsinkontinenz). Hierbei wird aufgrund eines schwachen Beckenbodens Urin vor allem bei körperlicher Anstrengung sowie Husten, Niesen und Lachen verloren. Die zweithäufigste Form ist die Dranginkontinenz, bei der es bei verstärktem Harndrang zu Urinverlust kommt. Seltenere Inkontinenzformen sind z.B. die Reflex- (bei z.B. Querschnittlähmung), Überlauf- (bei Diabetes mellitus, Prostatavergrößerung) und extraurethrale Inkontinenz (z.B. Fisteln zwischen Blase und Scheide).
Wir – das Kontinenzzentrum Coburg-Sonneberg – wollen das „Tabuthema Harninkontinenz“ direkt ansprechen und Patienten ermutigen, sich zu öffnen und ihr Problem zusammen mit uns anzugehen. Zunächst wird anhand der Basisdiagnostik ein Befund erhoben. Sollte diese nicht ausreichen, erfolgt durch spezifische Diagnostik mit z.B. Blasendruckmessung, Röntgenuntersuchung, Endoskopie und speziellem Ultraschall die Diagnosestellung. Sowohl konservative (Krankengymnastik, Elektrotherapie, Medikamente, intermittierender Einmalkatheterismus) als auch operative Behandlungsmöglichkeiten stehen heutzutage zur Verfügung.
Unser Kontinenzzentrum besteht aus verschiedenen Fachrichtungen (in Coburg beinhaltet es die Urologie, Chirurgie, Gastroenterologie, Gynäkologie und Geriatrie, in Sonneberg die Gynäkologie und im Medical Park Bad Rodach die Neurologie) und ist als interdisziplinäres, von der Deutschen Kontinenzgesellschaft zertifiziertes Zentrum bemüht, Ihnen zu helfen, ein hohes Maß an Lebensqualität zurückzugeben.
Einmal pro Woche werden zudem in einer interdisziplinären Besprechung aktuelle Fälle vorgestellt sowie neue Therapieoptionen oder Verbesserungen der bisherigen Therapiemöglichkeiten diskutiert.
Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen zur Verfügung.
[1]: Wrobel B. (2009): Harninkontinenz und eine wissenschaftliche Beurteilung eines standardisierten Testverfahrens (MID 50-Test) zur Evaluation physikalischer Produkteigenschaften saugender Inkontinenzhilfsmittel, Dissertation, 1-2.
Inkontinenzsprechstunde im Klinikum Coburg:
Mittwochs von 13 bis 14 Uhr
oder nach telefonischer Vereinbarung.
Klinikum Coburg
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Ketschendorferstrasse 33
96450 Coburg
Tel: 09561-22 6301
Fax: 09561-22 6391
Donnerstag ab 13.30 Uhr nach Vereinbarung
Frauenklinik-Gynäkologie
Ketschendorfer str. 33
96450 Coburg
Tel.: 09561 -226323
Fax: 09561 -226382
Ansprechpartner der jeweiligen Kliniken:
Coburg:
Urologie:
Chefarzt Prof. Dr. Dr. Walter Ludwig Strohmaier
Mohammad Anas Kanout
Dr. Beate Wrobel
Gynäkologie- Frauenklinik:
Chefarzt Dr. Zoche
Oberarzt Dr. Altmann
Oberärztin Dr. Tobisch-Haupt
Chirurgie:
Dr. Vladimir Martinez
Gastroenterologie:
Chefarzt Prof. Dr. Werner Matek
Geriatrie:
Chefarzt Prof. Dr. Johannes Kraft
Sonneberg:
Gynäkologie:
Chefarzt Dr. Jens Reimann
Bad Rodach:
Neurologie:
Chefarzt Prof. Dr. Stefan Hesse
Weitere Informationen finden Sie unter
www.klinikum-coburg.de
www.medinos-kliniken.de
www.medicalpark.de/de/main/medical_park_bad_rodach.htm


![Urininkontinenz – ein Teufelskreis [1]](typo3temp/pics/ae26d2b8cd.jpg)