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Leistungsspektrum

Geriatrie - was ist anders?

Die Geriatrie versteht sich bereits seit mehreren Jahrzehnten als der Zweig der Medizin, der sich nicht nur den betagten und hochbetagten Menschen widmet sondern auch deren Erkrankungen, die häufig mit dem Menschen gealtert sind.

Ältere, sogenannte „multimorbide“ Menschen kommen mit ihren Einschränkungen häufig noch eine lange Zeit gut zurecht und können ihren Alltag mit mehr oder weniger Hilfe meistern. Werden sie jedoch zusätzlich durch akute Krankheitszustände, Unfälle oder notwendige Operationen in eine Situation gebracht, in der sie verstärkt Hilfe benötigen, dann ist besonderer Sachverstand und ein qualifizierter Austausch aller beteiligten Mitarbeiter erforderlich, um den erhöhten Hilfsbedarf abzuwenden, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern und den Patienten nicht zu gefährden.

In der modernen Medizin der neuesten Zeit wird den Ärzten und Therapeuten immer weniger Entscheidungsspielraum überlassen. Wir kennen zahlreiche Leitlinien, die für Patienten und ihre professionellen Helfer eine scheinbare Therapiesicherheit bieten. Dies ist im Hinblick auf die immer zahlreicher werdenden Menschen, die an verschiedensten Krankheiten leiden und hierfür zahlreiche Medikamente einnehmen müssen jedoch nicht immer der Fall. Außerdem müssen im Alter nachlassende Organfunktionen wie die des Magen-Darm-Trakts, der Leber und der Niere mit bedacht werden. Die mit bestem Gewissen und stets gut gemeint eingesetzte Medikamente oder Maßnahmen können in ungünstigen Zusammenstellungen auch durchaus schädigen. Was gegen das eine Gebrechen gut ist, muss nicht automatisch auch gegen das andere helfen. Nicht alles was medizinisch machbar ist hilft dem Einzelnen auch zwingend. Und – nicht jeder Mensch wünscht alle Maßnahmen, die medizinisch durchführbar sind, sondern bevorzugt eine individuelle Entscheidung, an der er teilhaben kann. Sich auf das Notwendigste zu beschränken ist hier oft die höhere medizinische Kunst und zumeist gehört mehr Mut dazu, ein Medikament wegzulassen als eines zu geben. Noch schwieriger werden Einzelfallentscheidungen, wenn der ältere Mensch an einer Demenz erkrankt ist. Noch mehr als der einwilligungsfähige Patient ist er dann auf einen Fürsprecher angewiesen. Erheblich weitreichender und gewichtiger sind medizinische Entscheidungen, wenn ein Angehöriger sie nicht für sich selbst sondern für einen betreuten Patienten treffen muss.

Wichtig ist: Behandelt werden bei uns prinzipiell keine Erkrankungen, sondern Menschen mit ihren ganz persönlichen Einschränkungen, die sich allenfalls zum Teil durch die eigentlichen „Haupt- und Nebendiagnosen“ begründen.